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Ostfriesische-Senioren-Sicherheits-Initiative               

Haustürgeschäfte


Es gibt ja beinahe kaum etwas, das man an der Tür nicht kaufen kann.

Die Angebote reichen von Haushaltswaren, über Zeitschriften, bis hin zur neuen Auffahrt, einem neuen Dach auf dem Wohnhaus oder einer angeblich ganz dringend benötigten Versicherung.

Wir können Sie nur warnen. Hier nennen wir Ihnen einige Beispiele von unlauteren Geschäften an der Haustür.

1. Beispiel: die sog. "Dachhaie"

Nicht selten kommt es vor, dass ein angeblicher Dachdeckermeister an der Haustür klingelt und Ihnen erzählt, er habe "zufällig im Vorbeifahren" den schlechten Zustand ihres Daches gesehen und er möchte Sie auf den Umstand hinweisen. Dann teilt er Ihnen mit, dass Sie unbedingt eine Dachreinigung und neue Beschichtung benötigen würden, ansonsten regne es bald herein. Die Person macht auf den ersten Blick einen kompetenten und überzeugenden Eindruck.

Wenn Sie interessiert sind, legt er Ihnen schnell einen sog. "Vertrag" vor, den Sie dann als Auftrag unterschreiben sollen.

Bitte glauben Sie uns: Dieser Vertrag ist nur ein Wisch, der Ihre Unterschrift nachweisen soll, damit die Person später ein Druckmittel hat.

Sie werden auf dem Papierstück nicht mal den Namen der Firma, eine Adresse oder einen Ansprechpartner finden.                 

So können Sie z.B. von der Abmachung gar nicht zurücktreten, weil Sie nicht wissen, an wen Sie den Widerruf schicken müssen.  Wenn die Herrschaften dann bei Ihnen erscheinen und sich am Dach zu schaffen machen, dann wird ein Nein nicht mehr akzeptiert, auf Ihre Unterschrift wird verwiesen und es wird erheblich Druck ausgeübt.

Jetzt können Sie nur noch standhaft bleiben, im Zweifel rufen Sie zur Klärung die Polizei. Ein solcher "Vertrag" ist nicht rechtsgültig, da er eben bestimmte Inhalte nicht aufweist.

Natürlich können Sie auch noch versuchen, im Nachgang rechtlich dagegen vorzugehen, aber denken Sie an die Zeit und die Kraft, die Ihnen solches rechtliches Verfahren raubt. 

Und die Herrschaften, mit denen Sie es zu tun haben, sind zäh. Zudem wird es schwierig nachzuweisen, mit wem Sie es nun tatsächlich zu tun hatten. Darauf wird seitens dieser Personengruppe besonders geachtet.

Grund: Nicht nur die unprofessionelle Ausführung der Arbeit, sondern auch der Umstand, dass es sich um Schwarzarbeit handelt.    


Also, wir raten Ihnen, solche Angebote an der Haustür sofort und direkt abzulehnen.  Sie sparen sich viel Ärger, viel Geld und haben sich hinterher nicht das Dach ruiniert.

Ähnlich funktioniert das Vorgehen übrigens auch mit dem angebl. Asphaltieren von Auffahrten. Es ist schon vorgekommen, dass eine Asphaltierung der Auffahrt angeboten wurde, auch gleich mit der Besiegelung durch einen "Vertrag".  Der "Arbeitstrupp" fährt dann einige Tage später vor, kassiert vorab und kippt dann einen Haufen Asphalt vor die Tür, der dann so liegen bleibt und abkühlt.

 

Angebote von Kochtöpfen, Messern und anderen Haushaltsgeräten:

Natürlich gibt es auch ordnungsgemäße Firmen und Hersteller, die hauptsächlich mit  Aussenhandelsvertretern arbeiten und ihre Produkte bei Ihnen an der Haustür vorstellen. Das sind Firmen, bei denen Sie dann die Ware im Nachgang bestellen können.

Oftmals arbeiten diese Mitarbeiter mit Terminen, die abgesprochen werden. Sie bekommen einen ordentlichen Kaufvertrag und können ganz entspannt innerhalb der nächsten 14 Tage vom Kauf zurücktreten, ohne Probleme zu bekommen. Meistens sind diese Anbieter mit einem bekannten Namen verbunden.

Es gibt aber auch in diesem Bereich schwarze Schafe und vor allem auch die Herrschaften, die sofort Waren aus dem Kofferraum anbieten, wie z.B. angeblich hochwertige Topf- oder Messersets, die Sie sofort kaufen sollen. Alles natürlich zum absoluten Schnäppchenpreis, versteht sich.

Bei solchen Angeboten nehmen Sie bitte Abstand, nicht selten handelt es sich bei diesen Angeboten um Waren von nicht geklärter Herkunft (Diebesgut). Oder man verkauft Ihnen absolut mangelhafte Ware.

Bitte kaufen Sie nicht direkt an der Haustür irgendwelche Waren aus dem Kofferraum.


Zeitungsabo`s

Auch spannend. Zum Vertrieb von Zeitungsabonnements werden gerne sog. Drückerkolonnen eingesetzt.

Haben Sie den Begriff "Drücker" schon mal gehört?

Das sind meistens junge Leute, die im allgemeinen Berufs- oder Privatleben viel Pech hatten und dann mit Versprechungen für "Vertriebstätigkeiten" angeworben wurden. Man verspricht diesen jungen Menschen einen guten Verdienst und flexible Arbeitszeiten. Wenn es dann mit der Tätigkeit losgeht,  finden sich die jungen Leute gruppenweise in irgendwelchen Absteigen oder angemieteten, leeren Häusern wieder und werden jeden Tag auf die Straße gefahren, um "Scheine" zu bringen. Scheine sind in diesem Fall unterschriebene Zeitungsabo`s, die per Haustürgeschäft oder Angebot in der Fußgängerzone eingeholt werden sollen. Wer nicht genug "Scheine" bringt, wird bestraft.

Dementsprechend setzen sich die Zeitungswerber ein hohes Ziel und müssen dann in der Argumentation Ihnen gegenüber auch sehr erfinderisch sein. Nicht selten werden zum Gesprächseinstieg bestimmte Fragen benutzt, wie z.B. : Würden Sie sich gerne sozial engagieren? Leisten Sie gerne Hilfe für ehemalige Strafgefangene zur Resozialisierung? Alles mit dem Ziel, eine Unterschrift für mind. ein Zeitungsabo zu erhalten. 

Tatsächlich werden diese Zeitungen nach bisherigen Erkenntnissen auch geliefert, aber Sie unterschreiben in der Regel für ein 1-Jahres oder 2-Jahres Abo.

Aus Verzweifelung kann es auch sein, dass diese Zeitungswerber einen Schein mit erfundenen Personalien ausstellen und Sie dann bitten eine gefälschte Unterschrift zu leisten.....Bitte machen Sie das nicht.

Bitte unterschreiben Sie keine Abo`s an der Haustür.


Versicherungen

Wir sind davon überzeugt, dass Sie selber genau wissen, welche Art von Versicherung Sie auch tatsächlich benötigen. Deshalb würden Sie sich auch grundsätzlich nur mit dem Versicherungsfachmann Ihres Vertrauen besprechen, wenn es um Ihre private Vorsorge geht.

Ungebetene und angebliche Versicherungsvertreter, die Ihnen fremd sind, kommen Ihnen sicher nicht ins Haus und Sie würden Ihre private Vorsorge auch keiner fremden Person anvertrauen.

Angebliche Schmuckankäufer:

Es erscheinen fremde Herrschaften bei Ihnen und wollen Ihren Schmuck ankaufen. Auch hier sollen Sie übervorteilt/betrogen/bestohlen werden und die Gefahr ist, dass Sie die Werte, die Sie besitzen, fremden Leuten zeigen.

Wenn Ihnen so jemand an der Tür begegnet: WEGSCHICKEN !!


Zusammenfassend empfehlen wir folgende Verhaltensweisen:

Kaufen Sie nichts und bitte unterschreiben Sie auf keinen Fall irgendwelche Verträge oder andere vorgelegte Schriftstücke an der Haustür.

Besonders bei den angeblichen Dienstleistungen und Versicherungen, können Unterschriften an der Haustür ein böses und kostenintensives Nachspiel haben.

Oftmals sind die Schriftstücke so vorbereitet, dass nicht erkennbar ist, wer genau der Vertragspartner ist, oder an wen man den Rücktritt zum Vertrag zu richten hat.

Schicken Sie die Leute , die Ihnen ungewünscht etwas verkaufen oder anbieten wollen mit Nachdruck weg.

Wenn dabei jemand frech oder aufdringlich wird, dann teilen Sie dieser Person bitte unmissverständlich mit, dass er sein Begehren auch gerne mit der Polizei, die Sie umgehend verständigen würden, klären darf.



Finger weg von Haustürgeschäften!!