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Ostfriesische-Senioren-Sicherheits-Initiative (aktualisiert 07.04.2020)


Literarische Kriminalprävention  (heel wat Besünners)

Storytelling ist ein Projekt der polizeilichen Kriminalprävention der Polizei Gütersloh.


Die Vervielfältigung und Verbreitung der Geschichten als Text oder Hörbuch ist ausdrücklich erwünscht und bedarf keiner weiteren Zustimmung der Rechteinhaber.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei der Polizei Gütersloh für die Möglichkeit auch den Lesern von o-s-s-i einige Geschichten bereitstellen zu können.


Zitat von der Internetseite der Polizei Gütersloh:

"Das Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz (KK KP/O) der Kreispolizeibehörde Gütersloh hat ein landesweit neuartiges Projekt gestartet und 2019 auf dem Deutschen Präventionstag vorgestellt.

Das Projekt „Storytelling - Literarische Kriminalprävention - Gütersloher Modell“ soll polizeiliche Verhaltensempfehlungen zum Schutz vor Kriminalität und Radikalisierung in unterhaltsamen und berührenden Kurzgeschichten und Hörspielen vermitteln.

Für das Schreiben der Kurzgeschichten konnte das Literaturinstitut der Universität Hildesheim gewonnen werden.

Unter der Leitung des dortigen Dozenten, Thomas Klupp, wurden die Geschichten von den Studierenden des Studiengangs „Kreatives Schreiben“ geschrieben.

Durch die Methode des so genannten „Storytelling“ werden die polizeilichen Empfehlungen leichter aufgenommen und wirken im Unterbewusstsein weiter. Das erhöht die Chance einer Sensibilisierung und Verhaltensänderung."


Im Anschluss hier lesen Sie eine Geschichte zum Thema "Falsche Polizeibeamte". Nehmen Sie sich gerne etwas Zeit, eine Tasse Tee und legen Sie los. 

Alternativ bietet die Polizei Gütersloh auch die Möglichkeit eines Hörbuches an. Diesen Service finden Sie zum download hier:

https://guetersloh.polizei.nrw/artikel/literarische-kriminalpraevention-hoerbuecher-nach-dem-guetersloher-modell



TEIL 1 falsche Polizeibeamte. LOS GEHTS:


Tamara Lisa Röhr: Kommissare Fuchs&Wolf

In dem Einfamilienhaus, das an den mittlerweile finsteren Stadtwald angrenzt, schimmert durch die gegilbten Spitzenvorhänge gedämmtes Licht. 

Das Geschrei des Steinkauzes durchbricht die spätabendliche Stille der Adenauerallee. Der rostbraune Mercedes W 123, an dessen Stern sich Spinnenweben abzeichnen, steht in der Garage, die an die Altbauvilla anschließt. 

Annelies Silhouette bewegt sich schleichend durch den ungeheizten Raum, in dem sie bevorzugt verweilt, um dem tristen Alltag zu entfliehen, der sich seit Rentenbeginn eingependelt hat. Im Herzstück des spärlich eingerichteten Zimmers ruht das hölzerne Klavier, das ein Geschenk ihres Ehemanns war und wartet auf den Einsatz ihrer Finger und Fußsohlen. 

Sie greift nach den Liederbänden und blättert sich durch die anspruchsvollen Kompositionen Chopins, Mozarts, Beethovens und Tschaikowskis. Als sie Tschaikowski berührt, breitet sich eine Erinnerungsflut an ihre Kindheit im Zweiten Weltkrieg aus, an ungemütliche Polen und zuvorkommende Russen. 

Sie setzt ihre Fingerkuppen an die Klaviertasten und beginnt die Noten zu spielen. Die Melodie der „Ouvertüre 1812“ durchzieht das weiße Bücherregal, füllt die abschließbare Schublade des antiken Schreibtisches, treibt durch die hellbraunen, olivgrünen und purpurnen Fasern des Orientteppichs, der aus dem Irak importiert wurde, verschwindet in den schwarz-weiß Familienfotografien ihres Sohnes, der in einem östlicheren Bundesland lebt, ihres Ehemanns, der aufgrund einer Hirnblutung nicht mehr lebt und ihres Enkels, von dem sie keine Kenntnis besitzt, ob er lebt. 

Als die Komposition von Tschaikowski an Schnelligkeit aufnimmt, wirbeln ihre Gedanken zu ihrer ersten Klavierstunde zurück, die sie im Alter von zehn Jahren kostenlos anlässlich einer Nachbarschaftsgefälligkeit in Anspruch nehmen konnte. Ihre Klavierlehrerin, die wegen ihres herzlichen Wesens in der preußischen Straße geschätzt wurde, musste die Unterrichtseinheit angesichts zwei uniformierter polnischer Soldaten, die wild an der Haustür klingelten und hämmerten, um sie über den Fall ihres Ehemannes zu unterrichten, unterbrechen. 

Nach dem Öffnen der Tür und einigen Wortfetzen füllte ausschließlich Entsetzen das Backsteinhaus. Mit der Temporeduzierung des Stückes ziehen ihre Gedanken weiter, verweilen bei ihren mühseligen Arbeitstagen, in denen sie täglich, ohne Ruhetag, im Alter von zwölf Jahren, zwölf Stunden das ‚Mädchen für Alles‘ der Polen war; sie schrubbte die kalten Fliesen, bis ihre Hände zerrissen waren, bekochte die dicken Bäuche der Feinde und ließ sich für jede absurde Gefälligkeit benutzen. 

Das schrille Läuten ihres mobilen Telefons, das stets griffbereit ist, falls ihr Notrufknopf, den sie folgsam um ihren Hals trägt, außer Kraft tritt, durchbricht ihre Reise in die Vergangenheit und zerrt sie in die Gegenwart. 

Sie blickt durch ihre Lesebrille auf das Display und ist im ersten Moment verwundert, schließlich besorgt, als sie die örtliche Telefonnummer der Polizei (0511- 110) erkennt. Sie verschwendet keinen weiteren Gedanken an Tschaikowski und ihre Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges. Sie eröffnet das unerwartete Gespräch mit der Nennung ihres Nachnamens, obwohl ihr unzählige Fragen durch den Kopf schießen. Ist ihrem Sohn etwas zugestoßen? Ist er in einen Unfall verwickelt? Verletzt? 

Am anderen Ende der Leitung meldet sich Polizeihauptkommissar Fuchs des Bundeskriminalamtes, dessen ernste Tonlage ihre Stirnfalten vertieft. Nicht ihr Sohn ist derjenige, der in Gefahr sei, sondern sie sei es, die in akuter Gefahr schwebe. 

Er klärt sie über seine Ermittlung auf, erwähnt eine Diebesbande aus Rumänien, dessen Hauptquartier vor einer Stunde ausfindig gemacht wurde. 

Ihr Name und ihre Adresse waren auf einem Zettel aufgeführt, weshalb die Bundespolizei den Rückschluss zieht, dass sie das nächste Opfer der gewalttätigen Bande ist, womöglich in dieser Nacht, höchstwahrscheinlich zeitnah.

Polizeihauptkommissar Fuchs versichert sich nach ihrem Vor- und Nachnamen und ihrer Adresse, schreit förmlich Annelis Woschkat, Adenaueralle 13 in 30175 Hannover in die Telefonmuschel. 

Sie fühlt sich in die Enge getrieben, fürchtet sich vor dem Eintreffen der Räuber und fragt den Polizeihauptkommissar nach Opferschutz. Annelis erklärt ihm ihre Lebensumstände, dass ihr Mann bereits verstorben sei und ihr Sohn im Osten der Republik arbeite, lediglich die Pflegehilfskraft morgens und abends kurz auftauche und sie mit TROMCARDIN complex, ARTERIOX, Dekristol 100 und BENAZEPRIL-1A Pharma versorge. 

Er beruhigt sie und schildert ihr die Vorgehensweise der geheimen Operation der Bundespolizei, in die die Landespolizei aufgrund mangelnder Kapazitäten nicht eingeweiht ist. 

Mangelnde Kapazitäten ist sein Stichwort, der Grund, wieso die Bundespolizei noch nicht vor Ort eingetroffen ist. Das gleichzeitige Schützen ihrer Wertgegenstände und ihrer körperlichen Unversehrtheit sei nicht umsetzbar, zunächst müsse ihr Vermögen in Sicherheit gebracht werden. 

Sie ist im ersten Moment überrumpelt, als er verlangt, dass sie ihre gesamten Kostbarkeiten und das Bargeld, das sie unter den Holzbarren im Kamin, da sie den Banken nicht vertraut, versteckt hat, sichern und diese hinter der MAX-Tankstelle auf dem Messeschnellweg seinem Kollegen Polizeikommissar Wolf übergeben soll. 

Der Polizeikommissar wird nicht die Uniform der Bundespolizei tragen, sondern zivile Kleidung und vermummt sein. Die heimliche Übergabe an einem verlassenen Ort an einen fremden Mann, die akute Bedrohung der rumänischen Diebesbande, bereitet ihr Angst. 

Sie äußert ihre Bedenken bezüglich des Fahrtweges zur Tankstelle, weiß nicht, wie sie dort eintreffen soll. Der Mercedes von Werner, den er wie ein zweites Kind gepflegt hat, ist keine Option. Polizeihauptkommissar Fuchs schlägt ihr vor ein Taxi zu bestellen, die Kosten zu übernehmen, damit keine Umstände auf sie zukommen und sie beruhigt den Weg auf sich nehmen kann. 

Annelis ist froh über die Hilfsbereitschaft der Polizei, wiederholt den Übergabeort MAX-Tankstelle und Übergabezeitpunkt 22:30 Uhr für den Hauptkommissar und beendet das Telefonat. 

Sie spürt ihren Herzschlag bis in ihren Hals wandern, überlegt für einen Augenblick, ob sie Friedrich anrufen und ihm von der Gefahrensituation berichten soll, verwirft den Gedanken aber wieder. 

Als sie gerade im Kamin unter den Holzblöcken nach ihrem Bargeld fischt, hört sie das Brummen eines Autos, das sich allmählich nähert. Das Taxi, das Polizeihauptkommissar Fuchs geschickt hat, ist laut ihrer Armbanduhr vier Minuten zu früh. 

Bevor sie mit ihrem Gehstock zur Garderobe im Flur schleicht, überprüft sie noch einmal den Inhalt der Plastiktüte. Sie sieht die 30.000,- Euro Bargeld, das Diadem, die kostbaren Goldringe ihrer Schwiegermutter, die Ketten ihrer Mutter und die Rolex von Werner, die sie ihm vor seiner Beerdigung abgenommen hat, um sie nach ihrem Ableben Friedrich zu vererben. 

Sie hört, dass die Autotür zugeschlagen wird und sich jemand ihrem Haus nähert. Der Taxifahrer klingelt an der Haustüre aus Glas, die sie vorsichtshalber zweimal abgeschlossen hat. 

Sie kramt den Schlüssel aus ihrer Manteltasche und öffnet, in der Hoffnung, dass der Taxifahrer nicht den Rumänen zugehörig ist, vorsichtig die Türe. 

Als sie sein rundes, deutsches Gesicht erblickt, beruhigt sich ihr Puls. Er fragt hilfsbereit, ob er ihr in den Mantel helfen könne. Sie nimmt das Angebot dankend an. Der Rücksitz im Taxi fühlt sich angenehmer als der Sitz in Werners Schrottlaube an. Das weiche Leder fängt ihre spitzen Gesäßknochen auf. Im Radio läuft moderne Musik, in einer Sprache, die sie mäßig beherrscht. 

Sie bittet um den Wechsel des Senders, erhofft sich etwas Beruhigendes, zu dem sie entspannen kann. Der Taxifahrer fügt sich ihrer Bitte, nimmt das Gespräch, das sie vermeiden wollte, auf. Er schreit in ihre Richtung, dass sie spät unterwegs sei. 

Sie hofft, dass er keine Nachfragen stellt, das Lügen fiel ihr schon immer aufgrund ihres ausgeprägten Gewissens schwer. Sie quasselt etwas von einem Arbeitsauftrag, in der Hoffnung, dass sie das Gespräch im Keim ersticken kann. Er ist verwundert über ihre Antwort, äußert seinen Respekt ihr gegenüber, dass er bereits im Alter von 63 Jahren in Rente gehen möchte, hakt hinsichtlich ihrer Berufstätigkeit nach. 

Annelies meine die Arbeit als Mutter. Sie behauptet, dass sie etwas für ihren Sohn etwas erledigen solle. Seine Mine, die sie im Rückspiegel erkennt, wirkt besorgt. Er gibt sich mit ihrer Antwort nicht zufrieden, fragt präziser, nach den Umständen des Arbeitsauftrages und ob Friedrich in Schwierigkeiten sei. 

Sie schiebt den zwielichtigen Übergabeort und die späte Uhrzeit auf die Schulden ihres Sohnes, die nicht existierten. Je näher sie der Tankstelle kommen, desto unruhiger fühlt sie sich. Als sie das Telefonat noch einmal Revue passieren lässt, kommt in ihr ein ungutes Gefühl auf. 

Der plötzliche Anruf der Polizei, die angebliche Gefahr durch rumänische Räuber, das Einsammeln ihrer Wertgegenstände, die Übergabe an einen fremden Mann, im Dunkeln, hinter einer Tankstelle. 

Ihre Gedanken werden durch die Nachfrage nach ihrem Wohlbefinden unterbrochen. Sie versucht sich daran zu erinnern, ob Polizeihauptkommissar Fuchs ihr mitgeteilt hat, dass sie nicht über ihr Vorhaben sprechen darf. 

Annelis erinnert sich nicht daran und entschließt sich ihre Sorgen zu teilen. Als sie dem Taxifahrer von dem Telefonat mit der Bundespolizei unterrichtet, erblickt sie eine Veränderung von Besorgnis zu Entsetzen in seinen Augen. 

Sie schließt ihre Hände fester um die Plastiktüte, die sie auf ihrem Schoss abgelegt hat und wartet die Ruhepause ab. Der Taxifahrer hält am Straßenrand, dreht sich von seinem Lenkrad in ihre Richtung und beginnt fuchtelnd auf sie einzureden. 

Er habe es Letztens im Radio gehört, das Radio sei als Taxifahrer der beste Freund, müsse sie wissen. 

Betrügerbanden, die Senioren über den Tisch ziehen wollen, treiben sich momentan in ganz Deutschland herum. Sie operieren aus dem Ausland, sind imstande die Rufnummeranzeige zu manipulieren und geben sich als die Polizei aus. 

Annelis verteidigt ihr Vorhaben, äußert, dass Hauptkommissar Fuchs nicht nach einem Mitglied einer ausländischen Bande geklungen habe, sondern akzentfrei spreche und Informationen über ihre Personalien und ihren Wohnort wisse. Er versichert ihr, dass er die Wahrheit sage, verhindert die Weiterfahrt und steuert zur nächsten Polizeistation, in der er eine Polizistin kenne.

Der Fahrer hält vor einer Polizeistation, die in einem ihr unbekannten Stadtteil liegt, hilft ihr aus dem Rücksitz, hakt sich unter ihre Arme, damit sie auf ihren Gehstock verzichten kann und begleitet sie zu dem alten Gebäude. 

Es liegt in einer Seitenstraße, in der die Straßenlaternen in dieser Nacht nicht funktionieren. Sie sind alleine, weit und breit läuft niemand auf dem mit Schlaglöchern übersäten Trottoir. 

Als sie vor dem Eingang ankommen, versucht sie sich ihren letzten Besuch auf einer Dienststelle ins Gedächtnis zu rufen, damals, als ihr Fahrrad geklaut wurde. Sie überlegt, inwiefern das Gebäude gekennzeichnet war, ob ein Emaileschild, das die Zuständigkeit unterstrich, an der Fassade angebracht war, kann sich nicht erinnern, geht Arm in Arm mit dem Taxifahrer ins Innere der Polizeistation. 

Als sie den grell beleuchteten Flur betreten, kommt ihnen eine Frau in Uniform entgegengeeilt und erkundigt sich nach ihrem Anliegen. Sie hat ein freundliches Gesicht und ihre Haare streng zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Es ist Annelis unangenehm, dass sie auf Betrüger hereingefallen ist, weshalb sie den Taxifahrer stumm darum bittet, die Frage der Polizistin zu beantworten. 

Er versteht ihren auffordernden Blick und schildert den Sachverhalt, den sie ihm auf dem Weg zur Dienststelle erneut geschildert hat. Die Kommissarin nickt verständlich, äußert, dass sie einen Schutzengel gehabt habe und entschuldigt sich für einen Moment, da sie ihre Kollegen über den Vorfall unterrichten wolle, in der Hoffnung, dass die Räuberbande auf frischer Tat hinter der Tankstelle gefasst werde. 

Annelis schnauft erleichtert und greift in ihre Tasche nach ihrem Geldbeutel, um dem hilfsbereiten Taxifahrer etwas Gutes zu tun. Der Fahrer winkt ab, möchte ihren Geldschein nicht, doch sie beharrt darauf. Er verabschiedet sich höflich von ihr, lässt sie auf der ruhigen Polizeistation zurück. 

Die Polizeikommissarin kehrt aus einem Nebenzimmer zurück, bittet sie in den Verhörraum, in dem lediglich ein Metalltisch und zwei Stühle stehen. Sie verschriftlicht zunächst ihre Zeugenaussage und klärt sie anschließend über den Betrug auf. 

Vor Annelis liegt eine Präventionsbroschüre, die die Polizistin unter der Rubrik „Falscher Polizist“ aufschlägt. Sie kramt ihre Lesebrille aus der Tasche, um die kleinen Buchstaben erkennen zu können. Sie liest die fettgedruckten Warnungen der Polizei. 

"Die Polizei ruft niemals mit der Rufnummer der Notfallzentrale an, geschweige denn existiert die Rufnummer der Notfallzentrale in Verbindung mit einer örtlichen Vorwahl.Falls Sie mit einem merkwürdigen Gespräch konfrontiert sind, achten Sie auf ihr Bauchgefühl und beenden das Telefonat. Sie können die Notfallzentrale anrufen, um sich zu vergewissern, dass es sich um eine Unterhaltung mit Betrügern gehandelt hat. Sie dürfen keine Informationen über finanzielle Verhältnisse am Telefon preisgeben. Falls Sie persönliche Datensätze im Telefonbuch vermerkt haben, lassen Sie diese unverzüglich löschen. Die meisten Täter finden ihre Opfer, insbesondere die ältere Generation, über das örtliche Telefonbuch."

Annelis nickt während sie die Präventionsbroschüre sorgfältig liest, nimmt die Informationen pflichtbewusst auf und ist froh darüber, dass die Polizei sie zurück nach Hause fährt und sich vor Ort versichert, dass niemand von den Betrügern ihr auflauert.  (Ende der Geschichte)



Präventionsempfehlungen Telefonbetrug

Als Leser, der mitgelitten hat, denken Sie an dieser Stelle vielleicht: „Mir kann so etwas nicht passieren“.  

Die Realität sieht aus Sicht der Polizei leider anders aus:

· Viele Opfer von Telefonbetrug waren durch den direkten Telefonkontakt mit den professionellen Tätern überfordert, obwohl sie die Betrugsmasche kannten! Sie beschrieben ihren Zustand während des Gesprächs als „wie ferngesteuert“, „wie hypnotisiert“ oder „handlungsunfähig“.

· Insbesondere geistig äußerst leistungsfähige ältere Menschen waren sich sicher, dass ihnen so etwas nicht passieren kann. Trotzdem wurden sie Opfer. Daher gilt: Nur wenn Sie den direkten Telefonkontakt zum Täter von vornherein verhindern, sind Sie ausreichend geschützt!

· Lassen Sie einen Anrufbeantworter alle Ihre Telefongespräche entgegennehmen!

· Rufen Sie niemals Telefonnummern zurück, die Sie nicht kennen!

· Verzichten Sie auf einen Eintrag im Telefonbuch (Telefonbucheintragsverzicht) bzw. lassen Sie sich von ihrem Telefonanbieter aus dem Telefonbuch austragen (Telefonbuchaustrag)!

· Wechseln Sie die Telefonnummer, wenn Sie trotz Telefonbuchaustrag weiterhin unerwünschte Anrufe bekommen (Rufnummernwechsel).

· Vereinbaren Sie ein Familienkennwort für Telefongespräche mit Ihren Angehörigen!

· Die 110 ruft niemals an! Falls doch, ist es ein Betrug!

· Es gibt keine seriösen Gewinnspiele, bei denen Sie in Vorleistung gehen müssen, um einen Gewinn zu erhalten!